Unterseiten richtig optimieren – hier steigt Ihr Leser ein (oder aus)

Im Wunschdenken vieler Unternehmer kommt der Kunde über die Startseite einer Website in die Produktpalette. Anschließend liest er alle Informationen, welche man selbst als wichtig erachtet. Nun sucht er sich selbständig den Kontakt, füllt die vielen (unnötigen) Felder aus, und sendet das Formular ab. Die Realität: Google bestimmt über Relevanz den Einstieg

Laut einer Studie suchen 87 % der Internetnutzer zunächst über die Suchmaschine Google nach Lösungen und Produkten. Google hat jedoch wenig Interesse daran, dem Nutzer eine Odyssee an Aufgaben aufzuerlegen. Google will den Nutzer so schnell wie möglich auf die richtige Seite vermitteln – um sein Problem zu lösen. Damit platzt der Unternehmertraum.

Unterseiten müssen richtig optimiert werden

Daher müssen die Unterseiten einer Website richtig optimiert werden.

Hierzu zählt

  • Suchmaschinenoptimierung der Texte, um die Relevanz für Google zu erhöhen
  • Grammatik und Orthographie einwandfrei, keine Rechtschreibfehler
  • Bestmögliche Beschreibung des Produktes (oder der Lösung) für den Nutzer
  • Für lokale Unternehmen, Telefonnummer!
  • Eine sog. Call to Action (der Nutzer will nicht selbst denken, sondern geleitet werden)
  • Ein Kontaktformular oder Kontaktbutton (so einfach wie möglich aufgebaut)

Messung statt Gefühl

Wo müssen diese Elemente angeordnet werden? Hier zählt nicht das Gefühl des Designers, hier zählen harte Fakten. Mit Hilfe von Klicktracking (Nachverfolgung der Mausklicks auf der Seite) und Tools wie piwik oder Google Analytics lässt sich bereits viel ablesen.

  • Stimmt die Position meiner Handlungsaufforderung?
  • Habe ich zu viele Handlungsaufforderungen in meiner Website?
  • Verwirre ich den Nutzer damit?
  • Ist mein Text zu ausufernd und ich verliere den Nutzer durch bla bla?
  • Habe ich zu wenig Text = mein Nutzer versteht nicht, wie ich sein Problem löse?
  • Findet der Nutzer meine Telefonnummer auf einen Blick?
  • Wie kommt er schnellstmöglich zum Kontakt nachdem ich sein Problem gelöst habe?

Beispiel – bau-plus.de Startseite

Unsere Bauzeitung bau-plus.de taugt sehr gut als Beispiel: Sie ist keine echte Startseite sondern eher aufgebaut wie eine klassische Zeitung. Von daher eher eine Kategorie Seite.

So klickten die Leser der bau-plus

Man sieht deutlich (helle Punkte) wo das Interesse der Leser tatsächlich liegt. Spannend dabei ist:  Die Volltextsuche ist ein wichtiger Faktor unserer Website. Ebenso die Seitenzahlen sind für die Navigation wichtig.

Faule Eier erkennen:

Die Grundstückssuche hingegen bietet kaum einen Mehrwert. Diese könnten wir damit aus der Navigation entfernen um Platz zu schaffen für weitere spannende Themen. Auch sehr interessant: Unsere Aufforderung zum Newsletter Abo ist zu aggressiv. Wir werden diese ändern in eine sanftere Aufforderung. 

Champions erkennen:

Unsere Finanzrechner sind wieder extrem spannend.

Scrollmaps zeigen das Scrollverhalten der Leser.

Mit Hilfe einer sog. Scrollmap kann man erkennen, wie sich der Leser durch die Seite bewegt. Sprich wie weit er bereit ist zu scrollen. In unserem Fall, geht es beim Scrollen fast nur um die Artikel, alles andere ist uninteressant.

Die spannenden Bereiche für unsere Leser

Dieser Bereich hier ist weniger interessant für unsere Leser:

Device Tracking – mobil oder Desktop:

In unserem Fall ist sehr auffällig: fast die Hälfte unserer Besucher kommen über mobile Geräte wie Tablet oder Smartphone zu uns. Darum ist die bau-plus.de auch für mobile Geräte optimiert.

Mobil oder Desktop - woher kommen die Besucher

A/B Tests – nur durch Testen erreicht man bessere Ergebnisse

Tests werden kaum durchgeführt. Wenn eine Website „fertig“ ist, wird sie nicht mehr angerührt. Dabei beginnt die eigentliche Arbeit erst dann. Nur durch testen von verschiedenen Varianten (z.B. des Kontaktformulares) lässt sich herausfinden, ob die Website bereits ihr volles Potential ausschöpft. Bereits das Verschieben des „Kaufen“ Buttons kann zu merklich mehr Käufen führen. In unserem Fall müssten Elemente aus der Navigation verschwinden und die Newsletter Anmeldung muss entschärft werden. Im Moment steht „Newsletter“ in der Navigation, dahinter verbirgt sich jedoch ein E-Book das wir im Tausch für die E-Mailadresse hergeben.

Damit wird jede Unterseite einer Website zu einer sog. Landingpage? Ja, denn der Nutzer landet direkt auf der Unterseite. Also ist diese Unterseite zu behandeln wie eine eigene Website, auf der es so schnell wie möglich gilt, den Nutzer zum anvisierten Ziel zu führen.

Pyramidenstruktur für Navigation

Es empfiehlt sich wie eine Pyramide vorzugehen. Oben an der Spitze startet man mit allgemeinen Suchbegriffen, welche die Gesamtleistung beschreiben. Je weiter der Leser sich vorarbeitet, umso genauer werden die Lösungen/Leistungen beschrieben. Am besten stellt man sich eine Website für ein Unternehmen vor wie einen Onlineshop. Durch den Einsatz von Kategorie- und Produktseiten kommt man zu einer sehr guten Struktur.

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