Neue Google-Bildersuche: Besucher-Einbruch für Seitenbetreiber

Bild Google Bilder

So sehen die Änderungen aus Nutzersicht aus

Bis vor kurzem war die Google-Bildersuche in Deutschland und Frankreich noch so aufgebaut, dass das Bild links angezeigt wurde, rechts daneben befand sich in einem weißen Bereich gut sichtbar der zugehörige Link. Damit haben viele Nutzer diesen Link geklickt und sind auf die Website gelangt, in der das Bild eingebunden wurde. Seit der Änderung im Februar 2017 sieht das Ganze wie folgt aus:

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Für den Nutzer ist es jetzt deutlich bequemer, bei Google zu bleiben: Der Button „Seite besuchen“ ist kaum mehr sichtbar – und de facto auch kaum mehr notwendig, denn über den „Bild ansehen“-Button wird das Bild in Originalgröße dargestellt; bisher war lediglich eine „Thumbnail“-Ansicht von maximal 225 x 225 Pixeln möglich. Der Umweg über die ursprüngliche Seite ist daher nicht mehr notwendig, um sich einen guten Eindruck vom Bildinhalt zu verschaffen.

Als fatal könnte sich zudem der neu eingeführte „Teilen“-Button rechts erweisen, mit dem der Nutzer das Bild mit einem Klick über

teilen bzw. den angezeigten Link einfach kopieren kann. Dieser Link wiederum verweist nicht auf die Original-Website, sondern auf das Google-Suchergebnis.

Technischer Hintergrund der Änderungen

Die vergrößerte Darstellung wurde dadurch möglich, dass Google sein Vorgehen beim Zugriff auf die Bilder geändert hat. Bislang rief die Suchmaschine die Bilder jeweils vom Server der Seitenbetreiber ab und speicherte lediglich die kleine „Thumbnail“-Variante auf den firmeneigenen Servern, um diese anschließend an die Nutzer auszuliefern. Dies bewegte sich im rechtlichen Rahmen: So urteilte der Bundesgerichtshof 2010, dass die „robots.txt“-Datei eine stillschweigende Einwilligung in die Bilderauslieferung darstelle.

Kein Bildlink – weniger Besucher auf der Website

Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung (SEO) war dies sogar gewünscht: Über interessantes Bildmaterial steigen interessierte Besucher auf optimierte Unterseiten einer Firmen-Website ein – und lösen im Idealfall eine Anfrage aus.

Nach der Umstellung geht dieser Besucherstrom auf die Firmenseite großteils verloren; dies verdeutlicht folgende Grafik zu den Seitenzugriffen auf der Website eines unserer Kunden. Die Zäsur „Hinweis“ markiert die Einführung des Google-Updates – und damit einen deutlichen Einbruch der Seiten-Performance:Für den Nutzer ist es jetzt deutlich bequemer, bei Google zu bleiben: Der Button „Seite besuchen“ ist kaum mehr sichtbar – und de facto auch kaum mehr notwendig, denn über den „Bild ansehen“-Button wird das Bild in Originalgröße dargestellt; bisher war lediglich eine „Thumbnail“-Ansicht von maximal 225 x 225 Pixeln möglich. Der Umweg über die ursprüngliche Seite ist daher nicht mehr notwendig, um sich einen guten Eindruck vom Bildinhalt zu verschaffen.

Als fatal könnte sich zudem der neu eingeführte „Teilen“-Button rechts erweisen, mit dem der Nutzer das Bild mit einem Klick über

teilen bzw. den angezeigten Link einfach kopieren kann. Dieser Link wiederum verweist nicht auf die Original-Website, sondern auf das Google-Suchergebnis.

Bild Grafik 2

Auch Grafiker, Bildagenturen und Fotografen sehen durch das Such-Update ihr Urheberrecht verletzt und schreiben in einem offenen Brief des Bundesverbands professioneller Bildanbieter (BVPA):

„Das Bild in Originalgröße darzustellen und es dazu in den Quellcode der Seite einzubinden ist eine unzulässige Vervielfältigung und Online-Zugänglichmachung.“

Juristische Folgen des „Teilen“-Buttons noch nicht absehbar

Besonders problematisch ist aus Sicht von Urheberrecht und SEO gleichermaßen die bereits angesprochene „Teilen“-Funktion: Nach aktueller Rechtslage erteilt ein solcher Button auf der Website dem Nutzer eine stillschweigende Erlaubnis, Inhalte in sozialen Netzwerken zu verbreiten.

Der Button stammt in diesem Fall aber nicht vom Seitenbetreiber, sondern von Google – daher ist unklar, ob es sich dabei um eine unzulässige Online-Zugänglichmachung bzw. Vervielfältigung (§ 19a UrhG) seitens Google handelt. Auch Nutzer, die den „Teilen“-Button verwenden, begeben sich damit auf unsicheres Terrain – daher raten wir dringend dazu, die Funktion mit Vorsicht zu genießen!

Ob auch für Seitenbetreiber (neben fehlender SSL-Verschlüsselung und fehlender Datenschutzerklärung beim Einsatz von Google Analytics) eine weitere Abmahn-Gefahr entsteht, ist bislang unklar: Da sie den Button nicht selbst eingefügt haben, geht man derzeit nicht davon aus. Genaueres hierzu werden künftige Gerichtsurteile beweisen – erste Klagen werden sicherlich in Kürze folgen.

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