Konzernumbau: Google wird zu Alphabet

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Gründe für den Umbau

In einem Schreiben an die Aktionäre erklärt Larry Page die Gründe für den Konzernumbau: Man haben den Konzern „verschlankt“, um klarer zwischen dem Kerngeschäft der Internetprodukte und den übrigen Unternehmensbereichen zu trennen.

Letztere würden in die neue Holding „Alphabet“ ausgelagert, um ambitionierte Projekte in Angriff zu nehmen, langfristig zu planen, die Transparenz zu erhöhen – und „das Leben so vieler Menschen wie möglich zu verbessern.“

Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin leiten den Konzern zukünftig als CEO bzw. als Präsident. 

Vorteile für den Konzern

Die Aufteilung schärft das Profil der Marke „Google“, indem man sich auf Suchfunktion, Werbung und Online-Dienste wie z.B. Apps beschränkt.

Neuer CEO wird Sundar Pichai, der bislang als Produktchef von Chrome und Android tätig war und in den Larry Page und Sergey Brin hohes Vertrauen setzen – schließlich ist die Internet-Sparte der einzig wirklich gewinnbringende Teil des Google-Imperiums.

Die Umgestaltung vereinfacht Zu- und Verkäufe ebenso wie Joint Ventures: Die Konzernstruktur wird transparenter; die größere Eigenständigkeit soll Unternehmen den Einstieg in den Konzern erleichtern.

Finanzexperten werten den Konzernumbau zudem als Zugeständnis in Richtung der EU-Kommission, die den Datenhunger von Google in der Vergangenheit mehrfach kritisierte und eine Ermittlung einleitete: Mit seiner Vormachtstellung, so der Vorwurf, benachteilige Google Mitbewerber.

Durch die Konzentration auf das ursprüngliche Geschäftsfeld, die Online-Werbung, möchte Google auch wieder deutlich flexibler werden – und damit dem Hauptkonkurrenten Facebook den Kampf ansagen, der zuletzt massiv am Thron des Marktführers rüttelte.

Mehr Flexibilität für einzelne Sparten

Bestandteile der neuen „Alphabet Inc.“ werden jene Unternehmenssparten, die nur wenig mit dem Kerngeschäft von Google zu tun haben. Dazu zählen beispielsweise

  • Fiber (Glasfasernetze)
  • Makani (mobile Flugwindkraftwerke)
  • Wing (Drohnen für die Warenauslieferung)
  • Calico (Erforschung neurodegenerativer Krankheiten wie z.B. Alzheimer)
  • Google Ventures/Capital (Risikokapital-Gesellschaften)
  • Nest Labs (vernetzte Thermostate und Rauchmelder)
  • Boston Dynamics (Robotik).

In Zukunft werden diese von jeweils eigenen CEOs geleitet; dadurch verspricht sich der Mutterkonzern eine höhere Eigenverantwortung und eine vielfältigere Unternehmenskultur. 

Positive Reaktion an der Börse

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Die Börse hat positiv auf die angekündigten Änderungen reagiert: Nach Handelsschluss in den USA legte die Aktie deutlich zu, auch in Frankfurt verzeichnete sie am Dienstagmorgen ein Plus von 6.8 % (641 Euro).

Der Zeitpunkt für die Bekanntgabe am 10.08.2015 war gut gewählt, da Google ein hervorragendes Quartalsergebnis vorgelegt hatte und die Aktionäre offensichtlich hohes Vertrauen haben. Verantwortlich hierfür ist nicht zuletzt die neue Finanzchefin Ruth Porat, die im Mai von der Investmentbank Morgan Stanley zu Google wechselte und dem Unternehmen einen Sparkurs verordnete.

Änderungen für die Aktionäre

Die Google-Aktien werden umbenannt und in den Anleger-Depots unter dem Namen „Alphabet Inc.“ gelistet. Umbuchungen werden dafür nicht nötig, sämtliche „Google“-Aktien werden 1:1 in „Alphabet“-Aktien umgewandelt.

Auch in Zukunft wird es drei Aktienarten geben: A Shares (einfaches Stimmrecht), C Shares (kein Stimmrecht) sowie die nicht öffentlich gehandelten C Shares mit 10-fachem Stimmrecht; die Börsenkürzel (GOOGL für A Shares und GOOG für C Shares) bleiben unverändert.

Da Larry Page und Sergey Brin hauptsächlich B-Aktien halten und damit über 52 % der Stimmrechte verfügen, hat die Entscheidung in der Hauptversammlung der Aktionäre nur bedingt Auswirkungen auf die geplanten Veränderungen. 

Keine Änderungen für Google-Nutzer

Der Konzernumbau betrifft also in erster Linie Aktionäre und andere Unternehmen; wann die Namensänderung erfolgt, ist bislang nicht bekannt.

Die gute Nachricht: Name und URL der weltweit führenden Suchmaschine (70 % Marktanteil im Desktop- und knapp 92 % im mobilen Bereich) bleiben unverändert. Die zum Teil eng miteinander vernetzten Online-Dienste und Apps wie

  • AdWords und AdSense (Online-Werbenetzwerke)
  • Gmail
  • Google Maps
  • Google Drive
  • Play Store

bleiben ebenfalls Bestandteile von Google – ebenso wie die Videoplattform YouTube und das mobile Betriebssystem Android.

Für unsere Kunden bleibt alles beim Alten

Internet-Nutzer brauchen also weder Ihr Surfverhalten noch Ihren Sprachgebrauch zu ändern: Sie können auch nach der Umbenennung des Konzerns weiterhin „googeln“ – und selbstverständlich bieten wir unseren Kunden auch in Zukunft unsere Leistungen wie z.B. die Erstellung und Betreuung von Google AdWords-Kampagnen in unveränderter Form an.

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